800 Jahre Zeiningen

Die 800 jährige Geschichte von Zeiningen

Ausgrabungen beim «Bönistein», einer mächtigen Felskuppe an der Ostkante des Zeiningerbergs, haben ergeben, dass bereits vor mehr als 10'000 Jahren, also während der Mittelsteinzeit, Jäger und Sammler in dieser Gegend gelebt haben. Der Bönistein ist als Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestuft. Nach dem Ende der römischen Herrschaft vermischten sich die Alamannen mit den romanisierten Raurikern. Es wird angenommen, dass das Kloster Säckingen hier bereits im 7. Jahrhundert Güter besass.

Die erste urkundliche Erwähnung von Ceînigen erfolgte im Jahr 1222. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Zeiningun und bedeutet «bei den Leuten des Zeino». Landesherren waren zunächst die Grafen von Homberg-Tierstein, ab 1232 die Habsburger, die nach dem Waldshuterkrieg von 1468 das gesamte Fricktal an Burgund verpfändeten. Als die Burgunder von den Eidgenossen während der Burgunderkriege vernichtend geschlagen worden waren, kam Zeiningen 1477 wieder unter österreichische Herrschaft.

Nach der Reichsreform des österreichischen Kaisers Maximilian I. im Jahr 1491 gehörte Zeiningen zu Vorderösterreich und lag in der Landschaft Möhlinbach, einer untergeordneten Verwaltungseinheit der Kameralherrschaft Rheinfelden. 1586 zerstörte ein Brand zwanzig Häuser. Im 17. Jahrhundert gab es kaum längere Friedenszeiten. Der Rappenkrieg, ein Bauernaufstand, dauerte von 1612 bis 1614. Der Dreissigjährige Krieg, der zwischen 1633 und 1638 auch das Fricktal erfasste, warf das Dorf in seiner wirtschaftlichen Entwicklung zurück. Auch während des Pfälzischen Erbfolgekriegs (1688–1697) zogen fremde Truppen durch die Region.

1740 zerstörte ein weiterer Grossbrand 40 Häuser. 1797 wurde das Fricktal nach dem Frieden von Campo Formio ein französisches Protektorat. Während des Zweiten Koalitionskriegs verlief hier die Frontlinie zwischen den Armeen Frankreichs und Österreichs. Am 20. Februar 1802 wurde Zeiningen eine Gemeinde im Distrikt Rheinfelden des Kantons Fricktal, der sich im August der Helvetischen Republik anschloss. Seit dem 19. Februar 1803 gehört die Gemeinde zum Kanton Aargau.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wanderten Dutzende verarmter Dorfbewohner aus. Hauptgrund war der Konkurs der «Zeininger Bohrgesellschaft», die zwischen 1850 und 1890 am Sonnenberg und am Zeiningerberg vergeblich nach Steinkohle gesucht hatte. Viele hatten ihre Ersparnisse in Anteilsscheine investiert, die sich dann als völlig wertlos herausstellten. 1869 sollte Zeiningen 50'000 Franken an den Bau der Bözbergbahn zahlen; als die Linienführung nachträglich geändert wurde, verweigerte die Gemeinde jedoch den Betrag. Während des 20. Jahrhunderts wandelte sich Zeiningen allmählich von einer Bauern- zu einer Wohngemeinde in der Agglomeration Basel. Seit Beginn der 1970er Jahre ist die Bevölkerungszahl um über zwei Drittel angestiegen.

Zeiningen wandelte sich in den letzten Jahrzehnten vom Bauerndorf zu einem Wohndorf. Heute wohnen im Gemeindebann von Zeiningen, der 1'137 ha umfasst, 2'264 Einwohner. Für die Infrastrukturanlagen wurde viel getan, so dass zahlreiche Dorfvereine von den äusseren Rahmenbedingungen für vielseitige Freizeitbeschäftigungen profitieren können.

Autor

Daniel Graf

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